Beethoven, Ludwig van: König Stephan Overtures Fidelio u. Leonoren 1-3
Vita
Ausführliche Vita
Marcus Bosch ist einer der profiliertesten und innovativsten Köpfe der deutschen Dirigentenszene, weltweit gefragter Gastdirigent und Leiter einer überaus erfolgreichen Dirigierklasse.
Als „neuer Maßstab klassischer Klarheit und Tiefe“ wird sein Dirigieren beschrieben.
1969 in Heidenheim an der Brenz geboren, begann Bosch seine Laufbahn als Kapellmeister an den Staatstheatern Wiesbaden, Halle und Saarbrücken. Weitere Stationen waren die Kammerphilharmonie Graubünden, deren Chefdirigent er war, sowie Aachen, wo er 2002 zum Generalmusikdirektor berufen wurde. Von 2010 bis 2017 leitete er als Generalmusikdirektor die Staatsphilharmonie Nürnberg und das Staatstheater Nürnberg. Von 2018 bis 2026 war er Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock.
Seit 2016 ist Bosch Professor für Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater München. Dort betreut er eine international ausgerichtete Dirigierklasse und leitet das Hochschulsinfonieorchester. Mehrere seiner Studierenden haben inzwischen bedeutende Positionen in der internationalen Orchester- und Opernlandschaft übernommen und wichtige Preise gewonnen.
Eine zentrale Rolle in Boschs Arbeit spielt seine Heimatstadt Heidenheim. Seit 2010 ist er Intendant der Opernfestspiele Heidenheim, die sich unter seiner Leitung zu einem international beachteten Opern- und Klassikfestival entwickelt haben. 2025 wurden die Festspiele mit dem OPER! AWARD als „Best Festival“ ausgezeichnet.
Ein zentraler Baustein dieser Erfolgsgeschichte ist die von Bosch gegründete Cappella Aquileia. Das Orchester verbindet historische Aufführungspraxis mit moderner orchestraler Präzision und widmet sich sowohl selten gespielten Werken als auch dem zentralen Opern- und Konzertrepertoire. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der chronologischen Auseinandersetzung mit Giuseppe Verdis frühen Opern. Zu den weiteren wichtigen Konzert- und Aufnahmeprojekten zählen Beethovens Theatermusiken, Schumanns Sinfonien, Schuberts Zauberharfe, sämtliche neu edierten Ouvertüren sowie vier transkribierte Klaviersonaten.
Mit der Cappella Aquileia wurde Bosch 2021 für Bendas Medea und 2025 für Verdis Giovanna d’Arco mit dem Opus Klassik in der Kategorie „Operneinspielung des Jahres“ ausgezeichnet.
Diese künstlerische Linie setzt sich auch in Boschs umfangreicher Diskografie fort. Internationale Beachtung fanden insbesondere seine Einspielungen der Bruckner- und Brahms-Sinfonien sowie die Verdi-Reihe. In Nürnberg realisierte er zudem eine Gesamtaufnahme der Sinfonien und sinfonischen Dichtungen Antonín Dvořáks. Die Beethoven-Aufnahmen mit der Cappella Aquileia würdigte Gramophone als maßgebliche moderne Referenzaufnahmen seiner Bühnenmusiken.
Anton Bruckner bildet einen Schwerpunkt in Boschs künstlerischer Arbeit. 2024 nahm ihn Gramophone anlässlich des Bruckner-Jubiläums in eine Auswahl von zehn Dirigenten auf, die als prägende Interpreten seiner Musik gelten.
Boschs Opernrepertoire umfasst mehr als 110 Werke und spannt den Bogen von Händel, Mozart und Beethoven über Wagner, Verdi, Puccini und Richard Strauss bis zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu den prägenden Projekten seiner Laufbahn zählen Wagners Ring des Nibelungen, Zimmermanns Die Soldaten, Berlioz’ Les Troyens in Nürnberg sowie York Höllers Der Meister und Margarita an der Hamburgischen Staatsoper. Wichtige Impulse im zeitgenössischen Musiktheater entstanden zudem in der Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny, Calixto Bieito, David Bösch und Stéphane Braunschweig.
Boschs musikalische Arbeit verbindet präzise Partiturkenntnis mit ausgeprägtem dramaturgischem Gespür. Im Musiktheater versteht er sich als künstlerischer Partner der Regie und als Vermittler zwischen Werk, Bühne und Publikum.
Auch im Bereich der Musikvermittlung setzte Bosch wichtige Impulse und entwickelte zahlreiche neue Konzertformate. 2008 dirigierte er in Aachen mit Richard Strauss’ Salome die weltweit erste frei zugängliche Live-Internetübertragung einer Oper. 2012 folgte in Nürnberg mit Wagners Tristan und Isolde die erste Opernpremiere, die live in Kinos übertragen wurde. Darüber hinaus leitete er mehrfach das Nürnberger Klassik Open Air – die größte Klassikveranstaltung Europas. Deutschlandfunk Kultur bezeichnete ihn als „Hör-Verführer“.
Als Gastdirigent arbeitete Bosch mit mehr als 100 Orchestern und an zahlreichen Opernhäusern und Konzertinstitutionen weltweit. Zu den Stationen zählen unter anderem die Semperoper und die Staatskapelle Dresden, die Deutsche Oper Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und das Orchestre national de Lyon. Im Musiktheater gastierte er unter anderem in Peking, Göteborg, Basel, Verona und Modena.
Besonders enge künstlerische Verbindungen bestehen zur Hamburgischen Staatsoper, zu den Stuttgarter Philharmonikern, zum Qatar Philharmonic Orchestra, zum Orchestra Sinfonica Siciliana Palermo, zum Orchestra Sinfonica Bellini und zum Orquesta Sinfónica de las Islas Baleares.
Zu seinen nächsten Projekten gehören Wagners Siegfried in Peking, Beethovens Fidelio in Verona, Wagners Walküre in Seoul sowie mehrere Projekte in Palermo.
Seit der Gründung im Jahr 2012 ist Bosch Vorsitzender der GMD- und Chefdirigent:innen-Konferenz. In dieser Funktion setzt er sich für die Interessen und die Weiterentwicklung des Berufsbildes des Generalmusikdirektors und Chefdirigenten ein.
Boschs künstlerisches Wirken wurde vielfach ausgezeichnet und findet international Anerkennung.
Sein Profil ist nicht durch eine einzelne Spezialisierung geprägt, sondern durch große stilistische Offenheit und die Bereitschaft, sich immer wieder intensiv auf neue Werke, Aufgaben und künstlerische Kontexte einzulassen. Barock, Klassik, Wagner und Verdi, Bruckner und Brahms, zeitgenössisches Musiktheater sowie innovative Konzertformate bilden dabei ein breites künstlerisches Spektrum.
Im Zentrum all dieser Tätigkeiten steht die Arbeit am musikalischen Kern: die präzise Erschließung der Partitur, die Entwicklung eines unverwechselbaren Orchesterklangs, die Gestaltung großer dramaturgischer Bögen und die direkte Kommunikation mit dem Publikum.
Marcus Bosch steht damit für eine Dirigierpersönlichkeit, die musikalische Autorität mit Neugier verbindet, institutionelle Gestaltungskraft mit künstlerischer Konsequenz vereint und Menschen wie Ensembles für Musik begeistert.
August 2026