Marcus Bosch

Pressestimmen

Pelléas et Mélisande

2009/10/25, Theater Aachen
Fazit, Deutschlandradio Kultur, 25. Oktober 2009, Ulrike Gondorf
Die Oper Pelléas et Mélisande im Theater Aachen

(...) Noch deutlich höher zu bewerten ist die grossartige musikalische Realisierung des Stückes unter der Leitung des Generalmusikdirektors Marcus Bosch. Der Dirigent leitet das Orchester seit sieben Jahren und hat mit ambitionierter und kontinuierlicher Arbeit Erstaunliches geschafft. Das musikalische Niveau ist weit höher, als man es an einem Haus dieser Grössenordnung erwarten kann, und mit Debussy-Premièren erreichen Dirigent und Orchester einen neuen Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit. So schön, so farbig, so schwebend und unendlich fliessend, wie man sich das nur wünschen kann, klingt diese grosse Ton-Erzählung aus dem Aachener Graben. Dabei ist vom ersten Moment an klar, dass hier Unheimliches, Abgründiges, Sinistres droht, und diese Spannung steigert und verdichtet Marcus Bosch bis ins Alptraumhafte.

Ein packender, verstörender, kein bloss impressionistisch-luxuriöser Abend. Das Orchester spielt eindeutig die Hauptrolle in diesem Stück, aber auch das Sängerensemble ist beeindruckend. Im Zentrum Michaela Maria Mayer als mit vokaler Süsse verlockende und doch unerreichbare Mélisande und Andreas Macco als tragisch-zerrissener Golaud. Wer nach Feierabend losfahren kann, um diese Aufführung zu sehen, sollte das unbedingt tun. Aber auch eine weiter Reise könnte sich lohnen.

 



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